Fit für 2027: Prozesskosten im Homecare-Außendienst

Gastbeitrag von Güven Karakuzu, IT-Labs GmbH

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz kommt. Pauschale Abschläge, gedeckelte Vergütung, nicht refinanzierte Tarifsteigerungen. Wer 2027 wirtschaftlich stabil bleiben will, muss seine Prozesskosten kennen.

Für Außendienstteams in Homecare-Unternehmen liegt der größte versteckte Kostenfaktor selten in der Versorgung selbst, sondern in dem, was danach kommt.

Wo die Substanz verloren geht

Die meisten Außendienstteams arbeiten digital, aber selten in einem System. Die Wundversorgung wird im Handy fotografiert und per Messenger an den Innendienst geschickt. Bestellungen landen als Sprachnachricht auf dem Diensthandy der Kollegin. Die Kommunikation mit der Arztpraxis läuft über ein Fax. Die Rezeptanforderung von vor drei Tagen: keine Rückmeldung.

„Das ist ein immenser Zeitfresser, wenn man das doppelt dokumentieren muss.“
Tamara Jannasch, Prokuristin, Kompetenzteam Kurzdarmsyndrom

Dieser Medienbruch zwischen Patient und Büro taucht in keiner Kostenkalkulation auf und ist trotzdem einer der teuersten Punkte im Prozess. Nicht weil die Teams keine Software haben, sondern weil die Werkzeuge nicht zusammenarbeiten.

Was sich ändert, wenn der Bruch geschlossen wird

Wer mobile Dokumentation, Bestellauslösung und Kommunikation mit Verordnern zusammenführt, verändert, wie der Arbeitstag endet.

„Ein Außendienstler hat unglaublich viel im Kopf. Wichtig ist, dass man vor Ort alles zu Ende machen kann. Dann ist der Fall für diese Woche abgeschlossen.“
Nicole Büttner, Geschäftsführerin, ToroniMedcare

Wer nicht mehr nacharbeitet, hat Zeit für einen weiteren Patienten. Wer Bestellungen direkt auslöst, reduziert Rückfragen und Fehler. Wer Dokumentation und Abrechnung zusammen führt, erkennt Lücken früh.

Die Größenordnung: 12 Termine pro Woche, rund 30 Minuten Nachbearbeitung pro Patient, das sind 6 Stunden pro Fachkraft und Woche. Bei sechs Personen 36 Stunden wöchentlich. Fast eine Vollzeitstelle, die in Nacharbeit fließt statt in Versorgung.

Was das für 2027 bedeutet

Das Gesetz trifft alle. Härter trifft es die, die ihre Prozesskosten nicht kennen. Wer heute weiß, wie viel Zeit pro Patient in Dokumentation und Nacharbeit fließt, kann gegensteuern. Wer das nicht weiß, wird es 2027 spüren.

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